KJVW Raubwildwoche 2026
Am vergangenen Wochenende (07.02.2026) fand der Abschluss der Raubwildwoche des Kreisjagdverband Weimar/Weimarer Land e.V. statt – mit einem gemeinsamen Streckelegen am Ortsrand von Ettersburg. Was als intensive Jagdwoche begann, endete in einem starken Signal für praktischen Artenschutz und gelebte Niederwildhege.
Vom 31.01. bis 07.02. stellten zahlreiche Jägerinnen und Jäger aus Weimar und dem Weimarer Land den Raubsäugern gezielt nach. Fallen wurden neu beködert, Bauhunde kamen zum Einsatz und kleinere Stöberjagden wurden organisiert. Ziel war eine effektive, waidgerechte Bejagung jener Prädatoren, die sich in unserer strukturarmen Agrarlandschaft besonders gut behaupten.
Zum Abschluss kam eine beeindruckende Strecke zusammen:
43 Füchse
6 Waschbären
3 Steinmarder
1 Iltis
Die Strecke wurde traditionell mit Tannengrün ausgelegt und durch Jagdhornbläser würdig umrahmt. Beim anschließenden Schüsseltreiben wurden in geselliger Runde Jagderlebnisse ausgetauscht – und natürlich auch von dem einen oder anderen schlauen Fuchs berichtet, der noch einmal entkommen konnte.
Die Raubwildwoche war nicht nur eine Aktion des KJV Weimar. Auch die Jägerschaften aus Erfurt und Apolda schlossen sich an. Zum gemeinsamen Streckelegen waren beide Vorsitzenden persönlich vor Ort:
Herr Reichelt (Erfurt)
Herr Klimitsch (Apolda)
Insgesamt nahmen rund 100 Jägerinnen und Jäger an der Abschlussveranstaltung teil – ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung über Revier- und Kreisgrenzen hinweg.
Olaf Heinkel, Vorsitzender der Jägerschaft Weimar/Weimarer Land e.V., brachte es in seiner Abschlussrede klar auf den Punkt: „Gewinner“ der Raubwildwoche ist in erster Linie unser heimisches Niederwild.
Arten wie Fasan, Feldhase oder Rebhuhn stehen heute unter massivem Druck. Ihr Überleben hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab:
Witterung
Lebensraum
Prädation
Während an Lebensraumverbesserungen kontinuierlich gearbeitet wird, bleibt die Regulierung von Raubsäugern eine entscheidende Stellschraube. In der ausgeräumten Kulturlandschaft finden Fuchs, Waschbär und Marder hervorragende Bedingungen vor, vermehren sich stark und dringen in die ohnehin begrenzten Rückzugsräume seltener Arten vor.
Moderne Niederwildhege ist ohne eine konsequente Raubwildbejagung nicht denkbar. Artenschutz bedeutet hier nicht nur Blühstreifen und Heckenpflanzungen, sondern ebenso die gezielte, tierschutzgerechte Bejagung von Prädatoren. Gerade in unserer heutigen Agrarlandschaft funktioniert dieser Teil der Hege nur mit der Büchse, mit der Falle und mit großem persönlichen Einsatz der Jägerschaft.
Die Raubwildwoche hat gezeigt, was möglich ist, wenn viele an einem Strang ziehen: strukturierte Organisation, waidgerechte Jagd und ein klares gemeinsames Ziel – der Schutz und die Förderung unseres heimischen Niederwildes.
Ein herzlicher Dank gilt allen Raubwildjägern für ihren Einsatz sowie den Helfern rund um das Streckelegen. Besonderer Dank geht an Familie Wolfgang Steickardt für die hervorragende Bewirtung.
Weidmannsheil!