Wo Kinder echte Abenteuer erleben – dank der Jägerinnen und Jäger im Weimarer Land
In einer Welt, in der Kinder öfter den Akku ihres Tablets aufladen als ihre eigenen Sinne, braucht es Orte, die wieder erden. Orte, an denen man Moos zwischen den Fingern spürt, Rehspuren im Schlamm entdeckt und das Rascheln im Gebüsch nicht von einer Push-Nachricht stammt.
Kurz: Wir brauchen den Lernort Natur.
Dass dieser im Weimarer Land nicht nur existiert, sondern lebt, ist kein Zufall – sondern das Ergebnis von Herzblut, Ehrenamt und einer großen Portion Begeisterung für Flora und Fauna. Das Jäger-Infomobil des Kreisjagdverbandes Weimar/Weimarer Land e. V. ist dafür das beste Beispiel. 2025 war das Team bereits zu über 30 Einsätzen unterwegs: in Kindergärten, Schulen, bei Volksfesten, Ferienspielen oder Dorffesten.
Ein besonders eindrucksvoller Termin fand am 24. November an der ThIS (Thuringia International School) Weimar statt. Kinder und Jugendliche tauchten gemeinsam mit den Ehrenamtlichen in die Welt der heimischen Wildtiere ein: Fuchsfelle, Geweihstangen, Federn und Präparate wurden genauso neugierig betrachtet wie die lebhaften Erzählungen über das Verhalten unserer Wildtiere.
Denn auch wenn viele denken, es gehe momentan nur noch um den „bösen Wolf“, ist die Themenpalette weit größer. Silvio Anders, Naturschutzreferent des Landesjagdverbandes Thüringen e. V., betreut die Einsätze fachlich und zeigt, wie faszinierend die heimische Natur wirklich ist. Vom Fuchs bis zum Fasan, vom Igel bis zum Insekt – er erklärt die Zusammenhänge im „grünen Herzen Deutschlands“ und warum jeder kleine Teil darin wichtig ist.
Die Kinder lernen, dass Natur nicht im Lehrbuch lebt, sondern hinter dem nächsten Strauch. Dass ein Reh nicht „Bambi“ ist und der Wald nicht nur Kulisse für Sonntagsspaziergänge. Sie erfahren, weshalb eine summende Wiese ein kleines Ökosystem ist und warum Jagd auch Naturschutz bedeutet: Sie schützt Lebensräume, sorgt für gesunde Wildbestände und vermeidet Tierleid. Bildung ist dabei ein entscheidender Schlüssel – denn nur wer versteht, schützt auch.
Gerade in einer immer schneller werdenden Zeit, in der die Natur oft nur noch durch Autofenster fliegt, schaffen die Ehrenamtlichen des Kreisjagdverbandes echte Begegnungen – lebendig, greifbar, naturecht. Und das verdient Anerkennung.
Am 5. Dezember, war der internationale Tag des Ehrenamtes, und wir wollen deshalb all jene würdigen, die in Thüringen mit Gummistiefeln statt Krawatte unterwegs sind, die Kindern die Natur näherbringen und damit einen Bildungsauftrag erfüllen, der heute wertvoller ist denn je. Sie sind es, die dafür sorgen, dass junge Menschen den Wald nicht nur kennen – sondern verstehen, lieben und schützen lernen.
Und mal ehrlich: Ein Tag am Lernort Natur bleibt eben länger im Gedächtnis als jede Bildschirmzeit.